3 Ideen für wirksame Maßnahmen in Retrospektiven

hypothesisWer kennt sie nicht: Die Retrospektiven, bei denen man sich immer wieder im Kreis dreht und das Gefühl hat nie so richtig vom Fleck zu kommen. Am Ende solche Retrospektiven stehen oft irgendwelche nebulösen Maßnahmen, die nicht recht zu greifen sind. Es sieht aus als hätte man etwas erreicht, aber im Endeffekt sind diese Maßnahmen nichts weiter als ein Alibi. Man will die Retrospektive schnell zum Ende bringen und begnügt sich mit dem erst besten. Um wirksame Maßnahmen zu definieren sollte man 3 Dinge beachten:

1 – Kleine Schritte

Jede Maßnahme sollte unmittelbar umsetzbar sein. Sie sollte so klein sein, dass sie innerhalb der nächsten beiden Wochen umgesetzt werden kann. Dadurch wird sie konkret und das Team hat das Gefühl etwas bewegen zu können. Wenn eine Maßnahme zu groß ist, sollte man sie als Ziel definieren und gemeinsam überlegen, welche kleineren Maßnahmen man umsetzen kann, um die große Maßnahme möglich zu machen. Ein weiterer Vorteil von kleinen Maßnahmen: Sie werden eher vom System übernommen, als große Veränderungen.

2 – Maßnahmen nur aus Teamsicht

Viele Teams machen den Fehler, Maßnahmen für andere zu definieren. Das geht in den seltensten Fällen gut. Vielmehr sollte das Team überlegen was es selbst tun kann, um eine solche Maßnahme auf den Weg zu bringen. Nehmen wir mal an, sie haben das Gefühl dass jedes Produkt eine klare Produktvision haben sollte. Wenn sie in einer großen Firma haben, hat ein Team selten die Möglichkeit dies direkt einzufordern. Stattdessen könnte das Team zusammen ein Dokument erstellen, welches die Vorteile einer Produktvision beschreibt, dieses gemeinsam unterzeichnen und es dann im Unternehmen verteilen. Dies ist zumindest ein erster Schritt. Welche weiteren Schritte unternommen werden müssen, sieht man danach.

3 – Hypothesen verwenden

Jede beschlossene Maßnahme ist erstmal nichts weiter als ein Experiment. Niemand kann voraussehen, welchen Effekt sie haben wird. Genau aus diesem Grund sollte man Maßnahmen auch wie Experimente behandeln und zu jedem ordentlichen wissenschaftlichen Experiment gehört eine Hypothese. Diese Hypothese beschreibt den Effekt den ich von einem Experiment erwarte. Sie beschreibt also meine Vermutung, wie das Experiment ausgeht. Die Verwendung von Hypothesen in Retrospektiven hat einen unschlagbaren Vorteil. Ich kann, nachdem ich meine Maßnahme durchgeführt habe überprüfen, ob sie den gewünschten Effekt hatte. Wenn der gewünschte Effekt nicht eingetreten ist, habe ich die Möglichkeit meine Maßnahme anzupassen oder andere Maßnahmen auszuprobieren. Eine Hypothese hilft mir also fokussiert an einem Thema zu arbeiten, bis ich den gewünschten Effekt erreicht. So kann ich zielgerichtet meine kontinuierlichen Verbesserungsprozess treiben und Retrospektiven machen wieder Sinn.

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